Der TSV Bad Wiessee ist mit sechs aktiven Schiedsrichtern, die regelmäßig auf den Fußballplätzen im Oberland in Erscheinung treten und dort immer wieder Topleistungen abrufen, einer der Schiedsrichter reichsten Vereine im Landkreis Miesbach.
Der zur Zeit am höchsten pfeifenden Unparteiische in den Reihen des TSV Bad Wiessee ist Benedikt Dörder, der in der Bezirksliga zur Pfeife greift und als Assistent sogar noch höher am Spielfeldrand für einen ordnungsgemäßen Spielverlauf sorgt.
Für den TSV Bad Wiessee griff bis Ende des Jahres 2009 sogar ein ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter zur Pfeife. Rüdiger Wuttke leitete in den Jahren 1983 bis 1985 17 Spiele in der höchsten deutschen Liga - unter anderem in der Saison 1984/85 das Ruhrpott-Derbie zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Bochum (Endstand: 2:3), vergab 28 mal die Geld Karte (kein Mal Rot) und legte erst im Dezember 2009 nach 50 Jahren als Schiedsrichter sein Amt als Schiedsrichter nieder. Im September 2009 feierte Rüdiger Wuttke seinen 70. Geburtstag und durfte sich in diesem Zusammenhang auch über einen Anruf der Zeitung "Derwesten" freuen, die im lokalen Alt-Oberhausener Sportteil einen großen Bericht über Ihn abdruckten:
Pfiffig
Rüdiger Wuttke, Schiedsrichter in der 1. Fußball-Bundesliga, feierte seinen 70. Geburtstag im bayerischen Bad Wiessee.
„Wie lange haben Sie in Oberhausen gelebt?” Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „38 Jahre und einen Tag!” Als Rüdiger Wuttke, von Freunden Robby gerufen, in Sterkrade-Nord zu Hause war, erlebte er als Bundesliga-Schiedsrichter seinen sportlichen Höhepunkt. In diesen Tagen feierte Robby seinen 70. Geburtstag.
Wuttke ist seit gut 17 Jahren an der Sanktjohannser Straße in Bad Wiessee heimisch geworden. So hat sich bei ihm der Kreis geschlossen: Wuttke, geboren im bayrischen Zwiesel, kam als 14-Jähriger ins Ruhrgebiet – zum Bergbau. Die damals recht typische Karriere: Lehrhauer, Steiger, Reviersteiger; als Ingenieur schloss er seine berufliche Laufbahn ab. Fast hätte es ihn in den 60er Jahren schon ins Tegernseer Tal verschlagen, zur Grube in Hausham. Doch darauf ließ er sich 1962 nicht ein, als er erfuhr, dass kurze Zeit später das Bergwerk dort geschlossen werden sollte.
1959 begann seine sportliche Laufbahn. Erst aktiver Fußballer, später Schiedsrichter. Er pfiff sich bis in die höchste deutsche Spielklasse. Am 13. August 1983 gab er beim Spiel Köln gegen Bielefeld (2:3) sein Debüt in der 1. Bundesliga. Da hatte er das wohl für ihn wichtigste Spiel schon hinter sich: Beim Pokalfinale 1982 in Frankfurt, das die Bayern mit 4:2 gegen Nürnberg gewannen, gehörte er zum Gespann des Duisburgers Gerd Hennig, der die Partie leitete.
Zwei Spielzeiten, 83/84 und 84/85, leitete er in der Ersten Liga 17 Spiele. Platzverweise verhängte er keine, wohl verteilte er 28 gelbe Karten. An viele Spiele und Kollegen erinnert er sich: „Da haben sich Freundschaften entwickelt, viele Kontakte pflege ich heute noch.” Mit einigen Ehemaligen trifft er sich hin und wieder, etwa mit Dr. Markus Merk, dem pfeifenden Zahnarzt, auf dem Oktoberfest in München. Und Kontakt knüpfen will er jetzt zu einem Kollegen, der seinen Wohnsitz von Essen nach Oberhausen verlegt hat: Jürgen Weber, der noch im Lehrstab des Fußballverbandes Niederrhein und des DFB eingebunden ist.
Apropos eingebunden: Das wurde Robby Wuttke nach seinem Umzug auch. Nachdem sich Wuttke erst mal „versteckt” hatte, fiel er 1993 bei der Verabschiedung des Kollegen Aron Schmidhuber in Bad Tölz auf, wurde prompt zur Mitarbeit überredet, ohne großen Widerstand indes. Als Mitglied des TSV Bad Wiessee wurden aus dem Ein-Zwei-Mal-Pfeifen 30 oder 40 Spiele im Monat und sieben Jahre Amt und Sitz im Sportgericht. Inzwischen lässt es Wuttke ruhiger angehen, widmet sich mehr der Nachwuchsarbeit, der Regelkunde und -auslegung und will alte Kontakte nach OB und DU zum Erfahrungsaustausch nutzen.
Ruhiger lassen es die Wuttkes, Robby und Ehefrau Brigitta, auch bei den gemeinsamen sportlichen Ambitionen angehen. Das Skilaufen wurde nach einigen Stürzen eingestellt. Geblieben ist Italien als Urlaubsland, dazu gekommen sind Theaterbesuche, Opern, Bauerntheater. Und dann gibt's ja noch die Moni-Alm. Den Geburtstag feierte Robby mit Freunden in Kitzbühel.
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