Saisonauftakt in der Kreisklasse 2

Am Wochenende starten acht Landkreis-Teams in die neue Kreisklassen-Saison. Die Vereine erwarten eine ausgeglichene Liga, Top-Favorit um den Aufstieg ist der SV Miesbach.

Landkreis – Am Wochenende starten acht Mannschaften aus dem Landkreis in die Kreisklassen-Saison 2017/18. Grund für den früheren Beginn ist heuer die Ligastärke. Durch den Abstieg des SV Bad Tölz und des SC Gaißach geht die Kreisklasse 2 nun mit 15 statt 14 Teams an den Start. Unverändert bleiben die Auf- und Abstiegsregeln. Der Erste steigt direkt in die Kreisliga auf, der Zweite geht in die Relegation. Die beiden Letzten müssen in die A-Klasse, der Zwölfte und der Dreizehnte spielen Relegation. In der Liga erwarten alle Vereine ein enges Rennen und eine ausgeglichene Tabelle. Zu den Favoriten zählen neben den beiden Absteigern aufgrund der Vorjahresplatzierung der SV Waakirchen, der TSV Weyarn sowie der SV Miesbach, der sich personell verstärkt hat. Spannend wird, wie sich Aufsteiger TSV Bad Wiessee schlägt.

Meister1
Meister1

TSV Bad Wiessee

Nach mehreren erfolglosen Anläufen über die Relegation hat es der TSV Bad Wiessee nun endlich geschafft: Nach der A-Klassen-Meisterschaft tritt das Team von Trainer Jürgen Welker nun in der Kreisklasse an. Der Aufstiegskader bleibt fast unverändert, neu ist einzig Florian Brunninger von der SG Hausham. Als Saisonziel hat Abteilungsleiter Dietmar Spitz den Klassenerhalt ausgegeben. „Wir haben eine sehr junge Mannschaft mit großem Potenzial. Aber die Spieler müssen sich erst noch an die Liga anpassen“, sagt Spitz. Mit der Vorbereitung ist der Aufsteiger zufrieden. „Die Kreisklasse scheint sehr ausgeglichen zu sein. Für uns wird es sehr schwer, dort zu bestehen“, sagt Spitz. „Alle Spieler werden kämpfen, um erfolgreich zu sein.“ Mit sieben bis acht Punkten aus den ersten sechs Spielen wäre der TSV zum Saisonstart zufrieden. Viel wird von den erfahrenen Spieler wie Kapitän Lukas Oliv, Kilian Zimmer und Wolfgang Wagner abhängen.

Prognose: Leicht wird es für die Wiesseer nicht, die Liga zu halten. Am Ende könnte der heimische Kunstrasen entscheidend sein. Möglich ist der Ligaverbleib für jedes Team – das machte vergangene Saison Bayrischzell vor.

SV Bayrischzell

Der SV Bayrischzell war in der vergangenen Rückrunde die Überraschung in der Kreisklasse 2. Im Winter sah es noch so aus, als würde der SV bereits als Absteiger feststehen. Dann sicherten sich die Bayrischzeller den Ligaverbleib sogar vorzeitig. Das ist auch das Ziel für die neue Spielzeit. „Wir wollen so schnell wie möglich die Punkte holen, um nach der Saison über dem Strich zu stehen“, erklärt Sprecher André Feller. Allerdings mussten die Bayrischzeller in der Sommerpause Top-Torjäger Vincent Scheidemann zum TuS Holzkirchen II ziehen lassen. Die Vorbereitung lief gut. „Alle haben mitgezogen, wir sind viel gelaufen, haben aber auch viel mit dem Ball gemacht“, berichtet Feller, der den SV Miesbach, TuS Geretsried II und SC Gaißach als Aufstiegsfavoriten sieht. Das Auftaktprogramm des SV hat es in sich, „da wollen wir den einen oder anderen Punkt mitnehmen“. Die Stützen im Team sind Martin Rosenberger und Anian Pritzel, sie sollen die junge und eingeschworene Truppe zum Erfolg führen.

Prognose: Das verflixte zweite Jahr wartet auf den SV Bayrischzell. Wie in der Vorsaison geht es für den SV nur um den Klassenerhalt. Mit viel Einsatz und Kampfgeist ist dieser erneut drin.

DJK Darching

Als Aufsteiger spielte die DJK Darching eine starke Saison und sicherte sich letztlich souverän den Klassenerhalt. Doch das zweite Jahr ist meist das schwerste. Abteilungsleiter Max Vogel gibt jedenfalls Tabellenplatz sechs als Saisonziel aus. „Wir freuen uns über die vielen Neuzugänge, besonders aus der eigenen Jugend“, sagt Vogel. Somit stehen Trainer Patrick Lachemeier zusätzliche Alternativen zur Verfügung. Die Vorbereitung verlief positiv, und es wurden etliche Freundschaftsspiele absolviert. Vogel tippt als Aufsteiger auf den SC Gaißach und erwartet, dass „bis zum Schluss um Aufstieg und Klassenerhalt gekämpft wird“. Nicht mehr dabei sind Raphael Dampf, Wolfgang Häusler und Christian Hofstetter, die ihre Karrieren beendet haben. Neu im Kader sind neben sechs Kickern aus der eigenen Jugend Henry Obodo, Joseph Djihounouck, Matthias Kolb und Oskar Borger.

Prognose: Die DJK Darching wird sich von Beginn an im Tabellen-Mittelfeld festsetzen. Solche Ausreißer wie zu Beginn der Rückrunde der Vorsaison darf sich die DJK jedoch nicht mehr erlauben, sonst wird es nach hinten schnell eng.

TSV Irschenberg

Mit vier neuen Spielern und damit mehr Breite im Kader geht der TSV Irschenberg in die neue Saison. Vergangenes Jahr spielten die TSV-Kicker eine tolle Vorrunde, rutschten nach zahlreichen Verletzungen aber am Ende fast noch in den Abstiegskampf. „Wir wollen den Klassenerhalt möglichst früh klar machen“, sagt Abteilungsleiter Thomas Kreuzer. Neu sind Petr Stastka und Max Moczia vom SV Bad Tölz sowie Julian Lippert und Abas Khan aus dem eigenen Nachwuchs. „Alle vier haben großes Potenzial und sollen den Konkurrenzkampf beleben“, sagt Kreuzer. Er sieht den SV Miesbach und den SV Bad Tölz als die Top-Teams, erwartet aber eine sehr ausgeglichene Liga. Die Stützen des TSV sind nach wie vor Keeper Martin Futschek und Kapitän Alexander Christl. Die Mannschaft ist ausgeglichen, aber verletzungsanfällig. „Ich hoffe, dass wir ähnlich gut starten wie letztes Jahr und uns gleich ein Polster aufbauen“, sagt Kreutzer. „Die Trainingsbeteiligung war anfangs sehr gut, hat dann aber leider nachgelassen.“

Prognose: Die Irschenberger werden auch in der neuen Saison um den Klassenerhalt kämpfen. Vor allem zu Hause gilt es, die nötigen Punkte zu sammeln und über Kampf und Einsatz die eine oder andere Überraschung zu schaffen.

SV Miesbach

Zu den Top-Favoriten um den Aufstieg in die Kreisliga gehört in der neuen Saison der SV Miesbach. Die Kreisstädter spielten bereits in der vergangenen Spielzeit lange vorne mit und haben sich in der Sommerpause deutlich verstärkt. So kamen unter anderem Felix Scherer, Robin Baumann und Maximilian Kutzner von der SG Hausham (wir berichteten). Auch Mario Nettuno (vom SV Warngau) kehrt zurück. „Wir würden das Ergebnis des Vorjahres gerne noch toppen“, gibt sich der Sportliche Leiter Fredl Hollmann angesichts der Favoritenrolle bescheiden. Er sieht den SC Gaißach, TSV Weyarn und TuS Geretsried II ganz vorne. Mit der Vorbereitung sind die Miesbacher zufrieden. Durch die Breite im Kader erhofft sich Hollmann, „dass wir in unseren Spielen konstanter auftreten“. Vor allem an der Auswärtsschwäche müssen die Miesbacher arbeiten, soll es am Ende für einen der beiden ersten Plätze reichen. Als Stärke seines Teams sieht er das spielerische Element. Daraus schlägt der SV aber bislang zu wenig Profit in Form von Toren.

Prognose: Der SV Miesbach gehört zur Spitzengruppe. Ob es am Ende für ganz vorne reicht, hängt davon ab, ob die Führungsspieler wie Thomas Dietl, Christian Altenburg oder Michael Feicht verletzungsfrei bleiben.

SV Waakirchen

Erst in der Relegation ist der SV Waakirchen am Aufstieg in die Kreisliga gescheitert. Diesmal zählen sich die Waakirchner selbst aber nicht zum Favoritenkreis, sondern haben Interims-Abteilungsleiter Franz Priller zufolge einen Platz im „gesicherten Mittelfeld“ als Ziel ausgegeben. Der Kader bleibt weitgehend gleich. Neu sind Maximilian und Markus Pfister, dafür hat sich Korbinian Helminger dem SC Wall angeschlossen. Die Vorbereitung absolvierte der SV gemeinsam mit dem TSV Schaftlach, mit dem heuer erstmals eine Spielgemeinschaft in der B-Klasse gemeldet wurde. Priller geht davon aus, dass sich der SV Miesbach, SC Gaißach, SV Bad Tölz und der TSV Weyarn einen Kampf um die Aufstiegsränge liefern werden. Bei den Waakirchnern haben Führungsspieler wie Peter Fischer (Achillessehnenriss), Christian Wartner (Kreuzbandriss), Florian Fath (Rückenprobleme), Sebastian Fischer (Bänder Sprunggelenk) und Vincent Lechner (Sprunggelenk) mit Verletzungssorgen zu kämpfen. „Deshalb wollen wir in der Hinrunde so viele Punkte wie möglich sammeln, um nicht in den Abstiegskampf zu rutschen“, sagt der Interims-Abteilungsleiter.

Prognose: Waakirchen wird sich auch in der neuen Saison in der vorderen Tabellenhälfte festsetzen und mit dem Kampf gegen den Abstieg nichts zu tun haben. Ob es für die Spitzengruppe reicht, hängt davon ab, wie schnell die Verletzten zurückkehren.

TSV Weyarn

Mit dem dritten Tabellenplatz der Vorsaison war der TSV Weyarn zufrieden, allerdings wäre nach der Herbstmeisterschaft mehr drin gewesen. Nun will der TSV einen neuen Anlauf starten. „Wir wollen wieder unter den besten fünf Teams landen“, sagt Abteilungsleiter Christian Wacker. Neu sind Tobias Magritsch, der im Tor die Nachfolge von Mario Grun antritt, sowie Christian Sprenzel aus Bad Aibling und Florian Döll, der wieder mehr Sicherheit in die Defensive bringen dürfte. In der Vorbereitung war die Trainingsbeteiligung ordentlich, allerdings gab es immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle. „Die Mannschaft spielt seit etlichen Jahren fast unverändert in der gleichen Formation, und der Zusammenhalt ist richtig gut“, sagt Wacker. Stützen des Teams sind Florian Butzenberger, Beni Bojaj und Stefan Münch. Zum Start wollen die Weyarner erst einmal ohne Niederlage bleiben und sich im vorderen Drittel des Klassements festsetzen.

Prognose: Weyarn hat seinen Kader punktuell verstärkt und wird wohl wieder im vorderen Tabellendrittel mitspielen. Ob es für ganz oben reicht, hängt davon ab, wie viele Ausfälle es gibt – denn der Kader ist dünn besetzt.

SC Wörnsmühl

Mit einem breiteren Kader geht der SC Wörnsmühl in die neue Saison. In der vergangenen Spielzeit musste der SC zu Beginn der Rückrunde noch um den Ligaverbleib zittern, machte den Klassenerhalt dann aber doch frühzeitig klar. Nun rücken sieben Spieler aus der eigenen A-Jugend nach. Neu sind zudem Marwane Rehaimi und Anes Habziabdic. „Wir wollen den Klassenerhalt möglichst früh klarmachen“, sagt Abteilungsleiter Martin Gschwendtner. Aufgrund des Benefizspiels gegen die SpVgg Unterhaching startete die Vorbereitung diesmal früher als gewöhnlich. Dennoch war die Beteiligung gut, und Trainer Sepp Riedl erkannte in den Testspielen bereits etliche gute Ansätze. „Unsere Neuen sind hoch motiviert und werden sicher eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt Gschwendtner, der den Zusammenhalt im Team, den Kampfgeist und die Erfahrung als Stärken sieht. Seine Favoriten für den Aufstieg sind der SV Miesbach und der SC Gaißach. Probleme könnten die Leitzachtaler bei mehreren Ausfällen bekommen. „Dann fehlen oft gute Leute aus der zweiten Reihe.“ Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hoffen die Wörnsmühler auf einen guten Saisonstart. „Das wird allerdings schwer, weil wir gleich zu Beginn schwere Derbys haben.“

Prognose: Diesmal müssen die Wörnsmühler nicht so lange zittern, sondern werden sich gleich von Beginn an in der vorderen Tabellenhälfte etablieren. Vor allem zu Hause kann der SC jedes Team der Liga schlagen.

Quelle: merkur.de, Text: Thomas Spiesl

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