Die Fußballer von 1946 bis 1998

Erste Mannschaft des TSV Bad Wiessee 1950 am Fussballplatz Hanslbauer; hintere Reihe von links: K. Vier, E. Obermüller, J. Lenbach, A. Hauser, H. König, E. Schönweitz; Mitte von links: W. Sareiter, A. Plodek, S. Wagner; vorne von links: B. Sauer, S. Trenkler, W. Adler
Erste Mannschaft des TSV Bad Wiessee 1950 am Fussballplatz Hanslbauer; hintere Reihe von links: K. Vier, E. Obermüller, J. Lenbach, A. Hauser, H. König, E. Schönweitz; Mitte von links: W. Sareiter, A. Plodek, S. Wagner; vorne von links: B. Sauer, S. Trenkler, W. Adler

Zwei Jahre nach der Neugründung des neuen „TSV“ im Jahre 1946 formierte sich auch die Abteilung Fußball 1948 neu. Die Betreuung übernahm – wer sonst – der erst vor Kurzem aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrte alte und neue Abteilungsleiter Franz Lenbach.

Die Euphorie der Fußballer war groß und voller Tatendrang. Viele neue Spieler aus dem Bereich der Heimatvertriebenen nahmen die Herausforderung zur Integration in den Ort auf sportlicher Basis an. Das Schicksal des Krieges hatte auch einige höherklassige Kicker an den Tegernsee verschlagen und so verwunderte es nicht, dass sich die 1. Mannschaft bereits 1950 in der A-Klasse (heute Kreisliga) etablierte.

Darüber hinaus wurden die sportlichen Erfolge auch von zahlreichen Gönnern honoriert, die das sportliche Spektakel wohlwollend unterstützten. Diese Freude war leider nur von kurzer Dauer. Das Wirtschaftsleben begann sich zu normalisieren und viele junge Spieler folgten dem Ruf nach Arbeit und Familie in andere Gegenden. Dazu muss man wissen, dass die A-Klasse mit bis zu 120 km-Fahrten bei regelmäßigen Auswärtsspielen im Laufe der Zeit ein gewaltiges Loch in die Vereinskasse riss. Unweigerlich siedelte man sich 1952 in der B-Klasse an und konnte nun etwas kleinere Brötchen backen.

Mit Nachdruck wurde in den kommenden Jahren die Konsolidierung der Finanzen betrieben, bevor 1960 ein sportlicher Rückschlag mit dem Abstieg in die neu geschaffene C-Klasse die Fußballer heimsuchte.

Erste Mannschaft des TSV Bad Wiessee von 1966; hinten von links: H.-G. Maier, W. Steinrötter, R. Jacobs, F. Wagner, D. Bleschart, W. Sareiter, K. Floßmann, H. Fischhaber; kniehend von links: D. Mayer, A. Retzer, R. Kussinger
Erste Mannschaft des TSV Bad Wiessee von 1966; hinten von links: H.-G. Maier, W. Steinrötter, R. Jacobs, F. Wagner, D. Bleschart, W. Sareiter, K. Floßmann, H. Fischhaber; kniehend von links: D. Mayer, A. Retzer, R. Kussinger

Stieß man im Punktspielbetrieb an seine sportlichen Grenzen, so gab es zum Ausgleich sehr interessante Begegnungen mit auswärtigen bzw. ausländischen Mannschaften in Freundschaftsspielen. Unvergessen für viele, und aus heutiger Sicht für jüngere schwer nachvollziehbar, war die Tatsache, dass der TSV Bad Wiessee als erste deutsche Amateurmannschaft nach dem Krieg im Ausland spielen durfte; Gegner waren die Schweizer Mannen von „Zähringia Bern“ (heute: FC Breitenrain). Es folgten weitere erlebnisreiche Ausflüge nach München, Buchseh (Schweiz) und Wattens (Tirol).

Eine sportliche Heimat hatten die Fußballer in diesen Jahren nicht finden können. Immer wieder werden an den verschiedensten Orten in Bad Wiessee herkömmliche Wiesen – teilweise nur kurzfristig – zu Fußballplätzen umfunktioniert. So wurden beispielsweise unterhalb der Prinzenruh, auf dem Quercherfeld, gegenüber dem Haus Ebenbeck an der Jägerstraße und zuletzt am Seeufer auf dem Standort des ehemaligen Spielbankgeländes gekickt.

Am 05.08.1962 hatte die Odysee mit der Eröffnung des neuen Fußballplatzes an der Hagngasse ein Ende. Den Eröffnungsfeierlichkeiten ist eine gesonderter Rubrik gewidmet.

Das neue Terrain brachte offensichtlich den erhofften Leistungsschub und mündete 1963 im Wiederaufstieg in die B-Klasse. Nach kurzem sportlichen Auf und Ab zwischen B- und C-Klasse etablierte man sich Anfang der 70er Jahre in der B-Klasse und hatte 1973-75 und 1978 sportliche Gipfelträume in der A-Klasse erlebt.

Danach hielt man sich noch einige Jahre in der B-Klasse, bevor mehrere Jahre in der C-Klasse folgten.

Dreiländercup: Rainer Jacobs im Tor.
Dreiländercup: Rainer Jacobs im Tor.
Dreiländercup: hinten von links: Herbert Fischhaber, Richard Kussinger, Adi Mayroch, Gerd Dietrich, Hans König, D. Bleschard, Joachim Dietze, Lothar Lugmaier, Walter Cerveny; vorne von links: Böckmann, Franz Lenbach, Rainer Jacobs, Anton Nutz, Franz Grauvogel
Dreiländercup: hinten von links: Herbert Fischhaber, Richard Kussinger, Adi Mayroch, Gerd Dietrich, Hans König, D. Bleschard, Joachim Dietze, Lothar Lugmaier, Walter Cerveny; vorne von links: Böckmann, Franz Lenbach, Rainer Jacobs, Anton Nutz, Franz Grauvogel

Durch die vernachlässigte Arbeit im Nachwuchsbereich war ein konkurrenzfähiger Spielerstamm nicht mehr vorhanden. Eine neue Vorstandschaft wollte 1993 mit geändertem Konzept andere Wege beschreiten – gleichzeitig haben mehrere gute Spieler den Verein verlassen. Neue leistungsstarke auswärtige Spieler sorgten für einen erneuten Aufstieg in die B-Klasse.

Fussballer des TSV Bad Wiessee 1968 mit Franz Lenbach. Vorne von links: Böckmann, Franz Lenbach, Rainer Jacobs, Toni Nutz, Franz Grauvogel; hinten von links: Egon Schönweitz, Adi Mayroch, Richard Kussinger, Joachim Dietze, Hans König, 1. Vorstand Franz Lenbach, Lothar Lugmaier, Gerd Dietrich, Herbert Fischhaber, Walter Cerveny

Unterschiedliche vereinsinterne Strömungen innerhalb der Fußballabteilung verhinderten jedoch eine Bündelung der sportlichen Interessen und so folgte schon 1996 wieder der Abstieg in die C-Klasse. Mittlerweile trägt die Jugendarbeit erste Früchte und lässt für die Zukunft hoffen.

Erinnern wir uns nochmals an erfreuliche Zeiten. Wie bereits erwähnt, wurden im Laufe der früheren Jahre viele Freundschaften mit Auswärtigen Vereinen geschlossen. 1970 bis 72 sorgte eine Beteiligung am 3-Länder-Pokal in Niederndorf/Italien für Begeisterung.

Eine Besondere Rolle spielte dabei auch die Begegnung mit der Partnerstadt Dourdan vor den Toren von Paris, die in mehrmaligen Auflagen ab 1960 stattfanden.

Internationales Flair verbreitete sich am 02.08.1969 an der Hagngasse, als Dank der Vermittlung von Bayern Präsident Neudecker ein Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern München und dem englischen Renomierclub Westham United zustande kam.

Ein weiteres Highlight in der Vereinsgeschichte war die Eröffnung des 1. Kunstrasenplatzes in Bayern am 12.09.1982 an der Hagngasse mit dem Spiel zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC Nürnberg.

Abschließend noch ein Wort zum Erscheinungsbilder der Fußballabteilung von 1998. Im Juniorenbereich nahmen 5 Mannschaften am Punktspielbetrieb teil, der Seniorenbereich stellt eine Herrenmannschaft sowie eine AH-Mannschaft (ab 32 Jahren), die ausschließlich Freundschaftsspiele absolviert.